27.02.2013

Harnwegsinfekte beim Hund

Blasenentzündung und Co natürlich behandeln

Aufmerksamen Hundehaltern sollten die Symptome kaum entgehen. Der an Zystitis oder Harnblasenentzündung erkrankte Hund muss beim Spazierengehen ständig urinieren, kann aber nur kleine Tropfen Urin absetzten. Manchmal ist der Urin mit Blut durchsetzt oder trüb. Hündinnen sind öfter erkrankt als Rüden, weil diese durch die längere Harnröhre besser geschützt sind. Für den Hund sind die Symptome schmerzhaft bis unangenehm. Zu dem ständigen Harndrang kommt noch das Brennen beim Wasserlassen.


Kanadische Riesengoldrute,Solidago Virgaurea

 

Ausgelöst werden Harnwegsinfekte meist durch bakterielle Infektionen. Aufsteigende Keime können bis in die Nieren wandern und im Fall der Nichtbehandlung bis zum akuten Nierenversagen führen.

Solche schwerwiegenden Erkrankungen lassen sich mit einer frühzeitigen Behandlung vermeiden. Die Diagnose ist denkbar einfach über eine Untersuchung des Urins.

Harnstatus, Sediment und bakteriologische Untersuchung lassen sich in jedem Tierarzt-oder Tierheilpraktiker Labor durchführen.
Zur Absicherung der Diagnose sollte noch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Tumore, Harnstein und Grieß lassen sich so frühzeitig erkennen.

Therapie der Zystitis beim Hund

Ist der Nachweis einer bakteriellen Blasenentzündung gesichert, verschreiben Tierärzte meist ein Antibiotikum. Dagegen ist auch soweit nichts einzuwenden, weil meist die Erkrankung nicht anders zurückgedrängt werden kann. Das gilt besonders, wenn die Harnröhre verlegt zu werden droht, oder Blut im Urin ist. Andererseits greifen Antibiotika auch die nützlichen Darmbakterien an. Die Immunabwehr des Körpers wird aber zum Großteil von Bakterien hergestellt, ebenso wie die Verdauung unterstützt wird.

Daher kann bei einer unkompliziert verlaufenden Blasenentzündung auch auf alternative Behandlung zurückgegriffen werden.

Für die sanfte Therapie der Zystitis bieten sich einige Heilpflanzen besonders an. Dies gilt insbesondere für immer wiederkehrende Blasenentzündungen beim Hund, die auf Antibiotika nicht mehr sicher ansprechen.

Aus der traditionellen chinesischen Medizin für Tiere kommen etliche Behandlungsansätze und Heilkräuter zur Anwendung.

Von besonderem Vorteil für das Tier ist die ganzheitliche Untersuchung und Behandlung. Statt der Symptomunterdrückung der Schulmedizin, wird der Ursache der Erkrankung auf den Grund gegangen und so eine dauerhafte Heilung erst ermöglicht.

Achtung: Harnabsatzstörungen und Harnvorhalten können schnell lebensbedrohlich werden.

Ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker sollte bei folgenden Leitsymptomen  aufgesucht werden:

häufiger Harnabsatz, Harndrang, erschwerter Harnabsatz, Katzenbuckel beim Hund, trüber bis hellroter Urin mit Anteilen von Schleim.

Chinesische Ernährungstherapie für Hunde

Auch Futtermittel können heilen

Kranken Tieren sollte immer ganzheitlich geholfen werden. Es nützt nichts, nur an den Symptomen herumzukurieren. Die Haltung und Ernährung als Grundlage jeder Tiergesundheit und des Wohlbefindens gehören jetzt auf den Prüfstand. Schon geringe, aber gekonnte Umstellungen der Futtermittel können Wunder wirken.

Jedes Futter hat in der TCM die Fähigkeit, positiv auf die Gesundung einzuwirken, solange es richtig angewendet wird.

Für chinesische Tierärzte ist der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Fütterung selbstverständlich.

Harnsteine, Harnwegsinfekte, Inkontinenz, Nierenleiden lassen sich durch gezielte chinesische Diätetik präventiv und therapeutisch mit dem richtig gewählten Futter gut behandeln. Die passenden Rezepturen der Futtermittel und die Kombination mit Arzneimitteln der chinesischen Tiermedizin gehören zu einem ganzheitlichen, integrativen Behandlungskonzept.

Sanfte Therapie mit chinesischen Heilkräutern

Als Heilpflanzen werden seit Jahrhunderten Einzeldrogen oder Rezepturen aus bis zu neun Heilkräutern genutzt.

Eine therapeutische Strategie sollte auch eine Futteroptimierung und geeignete Futterergänzungsmittel, z.B. BelVita Phyto-Humin oder Barf-Enzym enthalten. Wichtig ist, die Ursache der Blasenentzündung festzustellen, z.B. feuchte Kälte.

Ein warmes Krankenlager und eine Decke begünstigen die Heilung.

Beispiel für eine Käuterrezeptur bei Blasenentzündung von Hunden

Erstmittel zur Ausleitung von Feuchtigkeit Wu Ling San und bei Feuchtigkeitsstagnation, bringt den Urin wieder in Fluss.
Symptome: Kälteempfindlichkeit, Probleme beim  Urinieren, Fieber, Puls schwach, weich, schnell.

Enthaltene Kräuter:

Bai Zhu      beseitigt Feuchtigkeit
Gui Zhi       wärmt das Nieren Yang, stärkt das Yang von Blase und Niere
Zhu Ling    fördert die Wasserausscheidung bei Ödemen

Ze Yie        bei Anfälligkeit für feuchte Hitze im unteren Bereich

Weitere Folgemittel werden je nach Therapieverlauf angepasst verabreicht.

Je nach PH-Wert des Urins und Art der nachgewiesenen Keime kann es sinnvoll sein, den Urin anzusäuern oder bei rezidivierenden Infektionen einen Dekokt aus Bärentrauben oder Buccu Blättern zu reichen.

Genannt wird hier nur eine Therapiemöglichkeit. Die möglichen Komplikationen bei urologischen Infektionen können nur von Tierärzten oder im chinesischen Heilverfahren ausgebildeten Tierheilpraktikern beherrscht werden. Dazu gehört, dass der Patient schon bei den ersten Auffälligkeiten vorgestellt wird.

 

 

Text: Piet van Löwens

Bild: Hundenothilfe Pro Canis




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