22.04.2013 Von: Pieter van Löwens

Steinzeitdiät für Hunde

Glutenfreie Fütterung bei Allergie und Zöliakie

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und des Verdauungssystems gehören heute zu den am meisten behandelten Erkrankungen der Hunde. Ausgelöst werden diese Allergien oft durch eine Unverträglichkeit auf Weizengluten. Die schwierige Diagnosestellung begünstigt eine hohe Dunkelziffer der Erkrankungen.


frische Zutaten für eine gesunde Fütterung des Hundes

Der Behandlungserfolg hängt von der guten Mitarbeit des Hundehalters ab. Eine Allergiediät auch wirklich über Wochen durchzuhalten, erfordert von allen beteiligten einiges an Disziplin.Wichtig ist die Abgrenzung zwischen echter Glutenallergie und Futtermittelunverträglichkeit. Eine Glutenallergie beim Hund läuft immer mit Beteiligung des Immunsystems ab.

 

Lautet die Diagnose:

Zöliakie, handelt es sich um eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Das führt meist zu chronischen Verdauungsstörungen, wie Durchfall und Erbrechen. Diese Symptome treten oft auch in Verbindung mit Hautsymptomen auf. Eine allergische Reaktion ist wahrscheinlich, wenn gleichzeitig Juckreiz auftritt. Die echte Zöliakie zählt zu den Futtermittelunverträglichkeiten. Diese bleibt ein Leben lang bestehen und lässt sich bis jetzt auch nicht heilen.

 

Bei der Erkrankung bilden die kranken Hunde Antikörper gegen die Bestandteile von Gluten und körpereigene Antigene. Dadurch kommt es bei der Fütterung von Gluten zu einer Immunreaktion.

Die Folge:

 

die Darmschleimhaut entzündet sich, es entsteht chronischer Durchfall.

Diagnose und Behandlung der Hunde mit Futtermittelallergie 

Zuerst sind Hauterkrankungen mit Haarausfall und Juckreiz auszuschließen. Dazu zählen auch Flohbissallergien und sonstige Allergene durch Pollen und Gräser.

Die anschließende Eliminationsdiät nach der Methode Versuch und Irrtum ist die sicherste Art und Weise, das allergieauslösende Futtermittel zu entdecken. Bei Erfolg lassen die Beschwerden schnell nach. Ist die Besserung nicht zufriedenstellend, liegt eventuell eine Atopie vor. Dann sollte eine serologische Blutuntersuchung durchgeführt werden.Futterpläne und Ausschlussdiätpläne erstellen die Experten der Tierambulanz-Nordbayern.

Steinzeitdiät für Hunde bei Glutenunverträglichkeit, Allergie und Zöliakie

Diese Diät ist eigentlich eine Ernährungsumstellung auf Dauer. Vor allem bei Glutenunverträglichkeit oder Allergie muss die Ernährung lebenslang umgestellt werden. Dabei werden sämtliche Getreidesorten, Zucker und Transfette aus dem Futter eliminiert. Das bedeutet meist einen völligen Verzicht auf Industrie Dosen-und Trockenfutter. Nebenbei werden so auch Konservierungsstoffe, Lockmittel, Geschmacksverstärker und Glutamat aus dem Hundefutter entfernt.

Wen es interessiert, was alles so für „Leckereien“ im Industriefutter sein können, empfehle ich das Schwarzbuch Tierfutter von Hans-Ulrich Grimm.

Was darf gefüttert werden?

 


Stärke-und getreidefreie Futtermittel wie Gemüse, Fleisch vom Rind, Schaf und Geflügel, am besten in Bio-Qualität.

 

Ein gutes Futteröl, z.B. von BelVita

Die enthaltenen Omega3 Fettsäuren wirken sich günstig auf den Cholesterinspiegel aus und sind Entzündungshemmend. Ganz allmählich normalisieren sich der Fettstoffwechsel und das Gewicht. Zweimal in der Woche kann Hüttenkäse und Quark gefüttert werden.

Verboten sind Fertigfutter, Nudeln, Reis, Kleie, Kuchen, stärkehaltige Kartoffeln, auch Süsskartoffeln, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Essensreste, Brot.

Fütterung in der Praxis 

 

Rezepte

es sollten nur Futterkomponenten in Lebensmittelqualität, am besten Bio, verfüttert werden. Das Fleisch sollte klein geschnitten sein, etwa wie beim Gulasch, das Gemüse wie Karotten wird grob geraspelt.

 

Das Öl und Barf-Zusätze kommen ganz zum Schluss auf das abgekühlte Futter. Das Futter nicht tot kochen, nur einige Minuten schwenken. Gefüttert wird morgens und abends.

 

Keine Knochen und süsse Leckereien reichen.

 

Ernährungsempfehlung für einen 30 kg Hund

 


Tagesration, getreidefreie Gesamttagesmenge 900 g

Fleischanteil 600 g

Gemüseanteil 300 g

1 EL Futteröl

1 TL Barfzusatz

Fleisch und Gemüseanteilkurz erhitzen. Es soll möglichst nur die Oberfläche an gegart werden. Die Menge ist nur eine Richtlinie. Die tatsächliche Bedarfsmenge richtet sich nach Alter, Gesundheitszustand, Aktivität.

Fleisch und Gemüsesorten können je nach Angebot variiert werden.

 

 

Text: Pieter van Loewens

Bilder: Hundenothilfe Pro Canis




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