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26.04.2013 17:29 Alter: 6 yrs
Kategorie: kritische Tiermedizin

Fütterungsbedingte Gelenkerkrankungen beim Junghund

HD, OCD und Co. vorbeugend beeinflussen - In der Tierheilpraxis sind Entwicklungsstörungen und Wachstumsprobleme durch ungeeignetes Hundefutter ein zunehmendes Problem. Besonders Züchter und Halter von Hunden der mittelgroßen und großen Rassen sind durch die Vielfalt der angebotenen Industriefutter verunsichert.


Briard Bones: Beispiel für einen gut entwickelten Junghund durch sachgerechte Fütterung ©Arning

 


 

Die gesunde Entwicklung durch rassegerechte Fütterung ist wissenschaftlich bestätigt. Eiweiß, Spurenelemente und Vitamine müssen im richtigen Verhältnis zueinander gefüttert werden. Insbesondere muss die Wachstumsgeschwindigkeit über die Energieversorgung eher gebremst werden.

In der Wachstumsphase von Junghunden wirkt sich jeder Fehler in der Fütterung auf das gesamte Leben der Hunde aus.

Wird der Junghund zu stark gefüttert oder erhält er sogar sein Trockenfutter nach Belieben, ist eine Fehlentwicklung des Sketettsystems sehr wahrscheinlich. Nur eine restriktive Fütterung kann ein zu schnelles Wachstum verhindern.

Besondere Bedeutung hat dies in der Hauptwachstumsphase der Junghunde, etwa mit 3-6 Monaten.

Wird in diesem Lebensabschnitt mit den falschen Futtermitteln, oder zu viel davon gefüttert, sind orthopädische Wachstumsstörungen kaum zu verhindern.

Das noch nicht verknöcherte und wenig ausgereifte Skelett kann die massive Gewichtszunahme nicht verkraften. Die Folgen sind Knochen-und Gelenküberlastung mit den verbundenen Wachstumsstörungen.

Hüftgelenkdysplasie und Osteochondrosis Dissecans (OCD) sind das unausweichliche Krankheitsbild.

Umgekehrt kann durch eine sachgerechte verhaltene Fütterung die oft vererbte HD und OCD der Hunde positiv beeinflusst werden.

Die Proteinversorgung scheint für das Knochen-und Gelenkwachstum wenig entscheidend.

Proteinmangel kann das übermäßige Wachstum nur unbedeutend hemmen. Die gewichtigste Rolle spielen anscheinend die Kohlenhydrate, vor allem aus Getreide.

Dazu der Tierheilpraktiker Piet van Löwens:

Bei vorgestellten Erkrankungen wie Magen-und Darmerkrankungen, Hauterkrankungen und Deformationen der Gelenke, HD und OCD, Arthrose und Arthritis suche ich zuerst bei der Fütterung nach Getreideanteilen.

Bei Bewegungsstörungen geht es den meisten Hunden besser, wenn Getreidefrei gefüttert wird.

Ein Versuch mit Barfen oder Steinzeitdiät für Hunde sollte auf jeden Fall gemacht werden.

 

Empfehlungen zur Fütterung junger Hunde

verhalten füttern, das Futter nicht zur freien Verfügung reichen. Der Hund soll aber auch nicht hungern.

Das Futter am besten selber zubereiten. Industriell hergestelltes Nass-und Trockenfutter ist meist zu energiereich, vor allem für Junghunde großer Rassen.

Keine Nudeln oder Kleie füttern. Besonders Kleie kann noch Reste von Spritzmitteln in konzentrierter Form enthalten.

Eine bedarfsgerechte Fütterung enthält immer alle Komponenten aus kohlehydrat-und proteinreichen Futtermitteln kombiniert mit Futterölen und einer Vitamin-und Mineralmischung Belvita Barf

Futterbestandteile und deren Eigenschaften

Rohes Gemüse kann von Hunden nur schlecht oder überhaupt nicht verwertet werden. Für Fleischfresser ist es unmöglich, die aus Zellulose bestehenden Zellwände aufzuschließen. Falls rohes Gemüse verfüttert werden soll, muss dieses püriert werden. Oder raffeln und kurz anschwitzen, am besten mit etwas Brühe. Nach dem Abkühlen mit etwas Futteröl anreichern, damit die fettlöslichen Vitamine verwertet werden können.

Rohes Fleisch vom Rind kann bedenkenlos verfüttert werden. Aus den verschiedenen Fleischteilen und Innereien lässt sich leicht eine abwechslungsreiche Ration herstellen. Bindegewebreiche Innereien wie Pansen und Blättermagen verursachen leicht Blähungen. Leber kann Hypervitaminose verursachen. Nicht öfter als einmal pro Woche verfüttern.

Knochen enthalten lebenswichtige Stoffe wie Spurenelemente, Eisen, Kalzium. Zuviel Knochenfütterung führt zu Knochenkot und Verstopfung. Im schlimmsten Fall kommt es zum Darmverschluss. Kalbsknochen oder knorpelige Rinderbrust sind geeignet.

Einzelkomponenten der Futterration, je nach Bedarf variabel:

Rindermuskelfleisch 50-60%

Knochen 1-2%

Futteröl 1-2 %

Gemüse 30-35 %

Innereien 5-10 %

Barf Zusatz nach Angabe

Achtung: auch zu hohe Kalziumgaben führen zu Wachstums-und Entwicklungsstörungen im Skelettsystem. Unerfahrene Junghundhalter sollten bei reiner Barffütterung eine Rationsüberprüfung durch einen Tierheilpraktiker machen lassen. Dabei wird auch das Kalzium-Phosphorverhältnis ermittelt. Es sollte bei 1,2 : 1 liegen.

Nur bei einer kontrollierten Fütterung anhand der Wachstumskurve einschließlich der Berücksichtigung aller Bestandteile lassen sich Störungen ausschließen.

 

 

 

Text: Konrad von Asnidhi

Bilder: Michael Arning




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