10.06.2013 Von: Leo Fronberg

Der herzkranke Hund

Tipps für den Alltag -   Die Ursachen für erworbene Herzerkrankungen bei Hunden sind unterschiedlich. Große Hunde leiden häufig an einer Herzmuskelschwäche (Kardiomyopathie) oder einer Gefäßverengung (Stenose).


Futterergänzungsmittel mit Weißdornextrakt verbessern die Pumpleistung und Sauerstoffversorgung des Hundeherzens

Kleine Hunde neigen eher zu Herzklappenerkrankungen. Zusätzlich zur Medikamentengabe durch den Tierarzt kann der Hundehalter seinem herzkranken Hund mit einfachen Mitteln helfen.

Gezieltes, moderates Training kann ein krankes Herz wieder belastbarer machen. Bewegung stärkt den Herzmuskel und fördert die Durchblutung.

Daneben sollte das Gewicht des Hundes normalisiert werden. Jedes Kilo Übergewicht erzeugt Widerstand. Dagegen muss das kranke Herz dann anpumpen.

Dosenfutter ist  oft zu fettreich, enthält blähendes Bindegewebe und zu viele Zusatzstoffe und herstellungsbedingte Hilfsmittel.

Am sinnvollsten ist es, den Hund mit selbst zubereitetem Futter zu ernähren.

Besonders eignen sich:

Kurz angedünstete, nicht blähende Gemüsesorten, nach dem Dünsten püriert

Magere Fleischsorten, Geflügelteile ohne Haut

Tofu, Joghurt, Hüttenkäse

Vegetarische Hundefutter, nass oder trocken

Futterergänzungenz.B. BelVita Herz-Vital Tropfen und BelVita Orthodog     

Omega3 Futteröl

Diese Mittel haben herzschonende und herzstärkende Eigenschaften.

Oft bringt auch die Umstellung auf rein veganes Hundefutter rasch Besserung. Veganes Hundefutter hat gegenüber vegetarischem Futter den Vorteil, absolut nicht mit tierischen Abfall- und Stoffwechselprodukten belastet zu sein. Mangelerscheinungen treten nicht auf, wenn das Futter selber aus Tofu, Hülsenfrüchten und pflanzlichen Eiweissträgern wie Lupinenschrot hergestellt wird. Mit etwas Futteröl, Vitaminen und mineralischen Futterzusätzen, wie Belvita Barf lässt sich das Futter individuell anpassen.

 

Nicht geeignet sind:

Industrie Nass-und Trockenfutter, fettes Fleisch, bindegewebsreiches Fleisch, wie Pansen oder Blättermagen. Luftröhren, Lunge, Geflügelhaut, Knochen, Rinderkopfhaut.

Tipps für den herzkranken Hund:

1.    Den Hund nicht überanstrengen. Genaues Beobachten zeigt schnell die Grenze der Belastbarkeit. Lieber 3-4-mal täglich nur ½ Stunde rausgehen, als einmal 2 Stunden lang.

2.    Leichtes Spazierengehen, Schwimmen in warmem Wasser, leichtes Lauftraining sind besser geeignet, als wilde Ballspiele oder Stöckchen holen. Der Bewegungsaufwand sollte jeden Tag moderat, aber gleich sein.

3.    Gesunde Ernährung ist die Voraussetzung, dem Hund über Jahre ein beschwerdearmes Leben zu ermöglichen. Trockenfutter ist nicht für den herzkranken Hund geeignet. Meist ist es schwer verdaulich und hat einen zu hohen Getreide-und Sojaanteil.

Beginnende Herzerkrankung früh erkennen und behandeln

 

Was hat sich am Verhalten des Hundes geändert? Auf diese Warnzeichen sollte der Hundehalter achten:

 

·         Wird der Hund beim Rausgehen schneller müde?

·         Steigert sich die Atemfrequenz?

·         Hat der Hund kaum noch Lust zu laufen?

·         Ist der Hund schnell kurzatmig?

·         Steht er nachts unruhig auf und hustet?

·         Ist der Hund Übergewichtig, mehr als 20% ?

 

Wenn Sie nur eine Frage mit ja beantworten, wird es Zeit für die Herz-Vorsorgeuntersuchung.

 

Neu erworbene Herzerkrankungen entstehen beim Hund meist durch Schädigung des Herzmuskels oder der Herzklappen.

In Folge sinkt die Herzleistung, die Organe werden schlechter mit Blut und Sauerstoff versorgt.

 

Der Organismus versucht, durch Engerstellen der Blutgefäße die verminderte Pumpleistung auszugleichen. Dadurch steigt auch die Belastung für das vorgeschädigte Herz.
Weitere Schädigungen sind die Folge, hinzu kommt ein Rückstau des Blutes in die Lunge (Herzhusten) und die Bauchhöhle ( Umfangs-vermehrung)

 

Durch geeignete Medikamente kann die Lebensqualität entscheidend verbessert werden. Je nach Schmerzgrad und Verlauf erhält der Hund ein oder mehrere Medikamente.

 

Ace Hemmer: senken den Blutdruck, sind Gefäßerweiternd, entlasten das Herz.

 

Diuretika: wirken Harntreibend, vermindern das Blutvolumen, senken den Blutdruck, weil das Herz weniger Blut pumpen muss.

 

Herzglykoside: verlangsamen die Herzfrequenz, werden vor allem bei chronischer Herzschwäche eingesetzt. Verstärken die Herzleistung.

 

Je nach Verlauf, muss die Therapie neu angepasst werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind Pflicht beim herzkranken Hund.

 

Text: Leo Fronberg

Bild: Hundenothilfe Pro Canis

 

 

 

 

 




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