10.06.2013 Von: Leo Fronberg

Die carntinbedingte Kardiomyopathie beim Hund

Herzerkrankung durch Nährstoffmangel - Ein enger Zusammenhang zwischen der Fütterung und Herz-Kreislauferkrankungen ist bei der dilitativen Kardiomyopathie offensichtlich.


starkes Übergewicht begünstigt Herz-Kreislaufprobleme

 

Bei dieser oft durch Carnitinmangel verursachten Krankheit ist die Pumpleistung des Herzens herabgesetzt. Die Folge ist, dass zu wenig Blut in den Kreislauf gepumpt wird und der Blutdruck sinkt.

Dadurch versucht der Körper über Flüssigkeitsresorption den Blutdruck wieder zu erhöhen. Hierdurch werden zwar die Gefäße wieder ausreichend mit Blut versorgt, aber das Herz schafft auf Dauer diese Mehrbelastung nicht.

Es kommt zur Vergrößerung des Herzens, zur Dilatation. Treten im Verlauf der Erkrankung Komplikationen auf, kann das zum plötzlichen Herztod führen.

Meist tritt diese Erkrankung bei großen Hunden auf. Doggen, Dobermänner, Labrador Retriever erkranken im fortgeschrittenen Alter häufig an der dilitativen Kardiomyopathie (DCM)

Fütterungsbedingte Krankheitsursachen

Die Ammonium-Verbindung L-Carnitin kommt im Herzmuskel in großer Konzentration vor. Dort spielt es eine große Rolle im Fettstoffwechsel und im Transport von Fettsäuren.

Bei fast 50% der an dilitativer Kardiomyopathie erkrankten Hunde kann ein L-Carnitin Mangel festgestellt werden.

Damit ist eine der Hauptursachen der erworbenen Herzerkrankungen bei Hunden das fehlen oder die Unterversorgung mit L-Carnitin. Das Herz benötigt L-Carnitin für die Muskelkontraktion.

Gesunde Hunde erzeugen L-Carnitin aus den Aminosäuren Lysin und Methionin. Gesicherte Studien aus den USA konnten eine deutliche Verbesserung der Herzleistung bei einer zusätzlichen Zufuhr von 50-100 mg/kg KG 2 x täglich nachweisen.

Bei übergewichtigen und adipösen Hunden ist eine 3-malige Futterergänzung empfehlenswert. Gleichzeitig ist eine Gewichtsnormalisierung anzustreben.

Der Blutdruck ist bei übergewichtigen Hunden meist erhöht. Daher kann die zusätzliche Gabe von Coenzym Q10, Weissdornextrakt, Vitamin B-Komplex und Selen hilfreich sein.

Wie kann der Hundehalter Probleme im Herz-Kreislaufsystem erkennen?

Kardiale Erkrankungen beim Hund fallen zunächst durch Kurzatmigkeit, Leistungsunlust, nächtliches Husten, Unruhe und Schwindelanfälle auf. Im späten Stadium können noch plötzliche Ohnmachtsanfälle und Atemnot dazukommen. Blasse oder bläuliche Schleimhäute sind immer ein Alarmzeichen. Herzrhythmusstörungen können auftreten.

Um kardiale Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen, sollte bei großen Hunden der jährliche Check auf Herzerkrankungen durchgeführt werden.

Hinter den vorgenannten Symptomen können auch andere Erkrankungen, wie Lungenerkrankungen oder Stoffwechselentgleisungen stecken.

Endgültige, gesicherte Diagnosen sind nur mit dem Herzecho (Herzultraschall) möglich. Damit werden Herzmuskel Erkrankungen nicht nur sicher erkannt, sondern der Verlauf der Erkrankung lässt sich durch wiederholte Durchführungen dokumentieren.

Kardiologische Therapie der Kardiomyopathie

Meist sind verschiedene Arzneimittel nötig. Entwässerungsmittel, Diuretikum z.B. Furosemid, ACE-Hemmer z.B. Ramipril, Benazipril, Pimobendan. Die Therapie damit hat sich als deutlich lebensverlängernd erwiesen.

Digoxin bei Vorhofflimmern verbessert die Belastbarkeit.

Bei gleichzeitigen ventrikulären Rhytmusstörungen könnte es nötig sein, zusätzlich Carvedilol zu verabreichen.

Zusätzliche therapeutische Maßnahmen

Behandlung der Grunderkrankung

Überprüfung der Futterration

Gewichtsnormalisierung, wenn nötig

Überprüfung der Vitalstoffversorgung, evtl. zusätzlich als Futterergänzung:

  • ·         Weißdorn
  • ·         Selen
  • ·         Coenzym Q10
  • ·         Magnesium
  • ·         Vitamin E
  • ·         Vitamin D
  • ·         Taurin
  • ·         l-Carnitin
  • ·         Vitamin B Komplex
  • ·         Bierhefe

Im Frühstadium der Erkrankung ist die Umstellung auf eine vegetarische Fütterung hilfreich. Mit pflanzlicher Fütterung können alle Ernährungsbedürfnisse von Hunden abgedeckt werden. Ein zusätzliches Vitamin-und Enzympräparat ist allerdings nötig. Die meisten fütterungsbedingten Erkrankungen verschwinden bei ausreichender vegetarischer Kost von selber.

Das häufigste Ernährungsproblem bei Hunden ist ohnehin die Fettleibigkeit oder Adipositas. Für kastrierte und ältere Hunde ist es oft der Auslöser für weitere Gesundheitsstörungen.

Die vegetarische Fütterung kann schnell und kostengünstig durchgeführt werden.

Hilfestellung bei Problemen erhalten Hundehalter bei der Tierambulanz-Nordbayern, Tel.09107-924246, email: tierambulanz.nordbayern(at)gmail.com

 

Text: Leo Fronberg

Bild: Fotolia




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