27.04.2016

Juckreiz durch Flöhe und Flohallergie

Wenn es den Hund juckt. Am vermehrten und ständigen Juckreiz erkennt der Hundehalter leicht, dass etwas mit dem Fell oder der Haut nicht stimmt.


Hund mit Flohbefall

Der Anlass zum kratzen, beißen oder belecken lässt sich oft leicht herausfinden. In den meisten Fällen von vermehrtem Juckreiz hat der Hund schlicht Flöhe.

Die Abwehrreaktionen der Hunde können sich bis ins Unerträgliche steigern, dann wird es auch für den Hundehalter unangenehm.

Mit einem Flohkamm den Rücken durchkämmen bringt meist einige Flöhe hervor. Finden sich kleine schwarze Kugeln, die sich auf nassem Löschpapier rot verfärben und auflösen, haben Sie Flohkot gefunden. Nur die erwachsenen Flöhe leben am Hund.

Der Entwicklungszyklus der Flöhe findet außerhalb, in Teppichen, Ritzen, Schlafstätten und Körben statt. Hier schlüpfen aus den Eiern die Larven, ernähren sich von organischem Material, wie Flohkot und schlüpfen bei Wirtskontakt oder Bodenvibrationen.

Ist kein Hund anwesend, werden auch Katzen oder Unterschenkel von Menschen angenommen.

Flohbekämpfung

Weil nur erwachsene Flöhe auf dem Hund leben, der Entwicklungszyklus sich aber in der Wohnung vollzieht, ist die erfolgreiche Flohbekämpfung zeitaufwendig und schwierig.

Auf dem Hund bieten sich verschiedene Spot-On-Mittel gegen Ektoparasiten an.

Während der Flohtherapie ist es besonders wichtig, auch die Umgebung und Schlafplätze der Hunde zu behandeln. Überall, wo die Entwicklungsstadien sich vollziehen können, müssen die Stellen mit einem Sprühinsektizid behandelt werden. Decken mehrmals waschen, Teppiche mehrmals wöchentlich absaugen.

Verpuppte Larven lassen sich auch mit Kontakt Insektiziden schlecht behandeln. Daher müssen die Anwendungen über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten weitergeführt werden.

Flohallergie

Gemeint ist mit diesem Oberbegriff die allergische Überreaktion der Haut auf Bestandteile des Hundeflohspeichels.

Diese sehr häufige Hauterkrankung wird durch Sensibilisierung des Hundes auf Flohspeichel ausgelöst. In Deutschland tritt diese Krankheit meist während der warmen Jahreszeit auf.

Die typischen Symptome sind intensiver, unerträglicher Juckreiz und Hautveränderungen besonders in der hinteren Körperregion.

Mögliche Hautveränderungen bei Flohallergien:

 

Papel : kleine Verdickungen, meist rötlich, abgegrenzt
Blasen : mit Serum gefüllter Raum in der Haut, oft nicht größer,
als ein Stecknadelkopf
Pustel : mit Eiter gefüllte Blase, s.o.
Quaddel : blasenähnliche Schwellung, gefüllt oder ungefüllt
Fleck :Farbveränderung der Haut, keine Schwellung fühlbar
Kruste :meist durch kratzen entstandene Selbstverletzung

 

 

Immer ist der Juckreiz vorherrschend, vorzugsweise in der hinteren Körperregion am Schwanzansatz und den Hinterläufen.

Meist lässt sich die Diagnose aus den vorhandenen Symptomen und den gefundenen Parasiten sicher bestätigen.

Ein Allergietest ist selten nötig. Die Kombination aus dem klinischen Bild und die Ausschlussdiagnostik reichen aus.           

Behandlung

Häufig finden sich durch kratzen, jucken, lecken verursachte oberflächliche Hautläsionen mit bakteriellen Sekundärinfektionen.

Nach dem Ausscheren wird gründlich mit einer milden antiseptischen Wundspüllösung gereinigt. Haare, Salbenreste usw. sollen entfernt werden.

Anschließend wird die Wundbehandlung eingeleitet. Oft eine Kombitherapie mit Antibiotika- und Kortisonpräparat. Das wirkt gleichzeitig gegen den Juckreiz.

Neben der Wundbehandlung ist die Beseitigung des Alllergieauslösers nötig. Dafür gilt das schon unter „Flohbekämpfung“ gesagte.

Damit solche allergischen Reaktionen nicht öfter auftreten, ist die ständige Kontrolle auf Flohbefall nötig.

Am besten Schlaf-und Ruheplatz des Hundes regelmäßig waschen und mit einem Insektizid behandeln. Mittel, die Flöhe schon vor dem Stechen vernichten, sind am besten geeignet. (Anti-Feeding-Effekt)

So können sich Flöhe nicht mehr unbemerkt verbreiten und Komplikationen auslösen.


Bild: Fotolia




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